Erinnerungen an meinen Arbeitseinsatz im Waisenhaus Calvary Zion

von Melanie Schings

Mein Name ist Melanie Schings. Als gelernte Kinderpflegerin macht mir mein Beruf, den ich in einem Kindergarten ausübe, sehr viel Spaß. Ich war die Erste, die durch Vermittlung  von Tanja und Rainer einige Zeit im Waisenhaus von Mama Jane mithelfen konnte. Mit diesem Einsatz ging einer meiner größten Träume in Erfüllung.

Durch Zufall lernte ich auf dem Afrika-Karibik-Festival in Aschaffenburg Tanja und Rainer am Stand des Vereins „Wir helfen in Afrika“ kennen. Da ich damals schon selbst  zweimal in Kenia war, kamen wir schnell ins Gespräch. Tanja und Rainer haben mir viel über das Waisenhaus erzählt. Ich war sofort Feuer und Flamme für das Projekt. Am liebsten hätte ich mich gleich auf den Weg gemacht. Es dauerte jedoch bis Januar 2010, bis ich zum drittenmal nach Kenia aufgebrochen bin. Diesmal allerdings nicht um Urlaub zu machen, sondern um drei Monate als freiwillige Helferin im Waisenhaus zu arbeiten.

Der kleine Kaleb fühlt sich bei Melanie sichtlich wohl

Ich hatte Glück und konnte gemeinsam mit Tanja  fliegen, denn sie wollte natürlich, dass ich wohlbehalten in meiner neuen Umgebung ankomme. DANKE TANJA! Im Waisenhaus wurde ich von Mama Jane, den anderen Mamas und den Kindern herzlich empfangen. Nun war ich hier, um gemeinsam mit den Kindern drei Monate zu verbringen und tatkräftig mit anzupacken.

Die Tage begannen für mich in der Regel recht früh und endeten spät abends. Zuerst habe ich mich morgens um die kleinen Kinder, um Destiny, Brian, Kaleb, Isaack und die taubstumme Julie gekümmert. Sie wurden von mir gebadet, gewickelt und gefüttert. Die größeren Kinder waren um diese Zeit  in der Schule. Während die Kleineren dann am Vormittag schliefen, wurde das Mittagessen gekocht. Auch dabei habe ich mitgeholfen. Anschließend bin ich mit einer anderen freiwilligen Helferin zur Schule gegangen, um den Kindern das Mittagessen zu bringen. Zurück im Waisenhaus habe ich mich erneut um die Kleineren gekümmert, mit ihnen gespielt und sie versorgt. Nachmittags machten wir uns erneut auf den Weg zur Schule, um die Kinder abzuholen. Auf dem Heimweg hatten wir eine Menge Spaß. Wir haben gemeinsam gesungen oder gespielt. Zuhause sorgten wir dann dafür, dass die Kinder in einer ruhigen Atmosphäre ihre Hausaufgaben erledigen konnten. Sobald alle fertig waren, wurde erneut zusammen gespielt. Ich war schnell mit dem Tagesablauf vertraut und  die Zeit verging wie im Flug.

Während meines Aufenthalts im Waisenhaus lernte ich Christiane, ebenfalls eine  Freiwillige, kennen. Wir haben vieles gemeinsam gemacht. So haben wir versucht,  die Kommunikation mit der taubstummen kleinen Julie zu verbessern. Am Anfang war es recht schwierig, zu verstehen, was sie wollte. Wir haben dies und viele andere Dinge jedoch immer wieder mit Liebe und Ruhe geschafft.

Ich jedenfalls werde die Zeit, die ich im Waisenhaus verbracht habe, nie vergessen. Ich hatte viel Spaß und Freude mit den Kindern und habe es richtig genossen, in ihre strahlenden Gesichter  zu sehen. Obwohl jedes von ihnen seine eigene, leidvolle Geschichte hat, sind sie voller Lebensfreude. Dafür habe ich jedes einzelne Kind sehr bewundert und in mein Herz geschlossen. In Kenia kann man schon durch kleine Schritte viel bewirken. Dies ist mir in dieser Zeit sehr bewusst geworden. Die Kinder haben es geschafft, mein Leben ein Stück weit zu verändern. In den drei Monaten konnte ich das wahre Leben in Kenia kennenlernen und bin ein Teil der Calvary-Zion-Familie geworden.

AN DIESER STELLE MÖCHTE ICH MICH VON GANZEM HERZEN BEI MAMA JANE, DEN KINDERN, BETH UND DEN MAMAS BEDANKEN, DASS SIE MICH SO HERZLICH IN IHRER MITTE AUFGENOMMEN HABEN.

Die Erinnerungen an meine Zeit im Waisenhaus werde ich immer sehr gut in meinem Herzen bewahren.

Vielleicht ist es mir ja gelungen, mit meiner Geschichte den Einen oder Anderen neugierig zu machen und zu bewegen, selbst etwas Gutes zu tun. Ich kann nur raten, den Traum dann nicht nur zu träumen, sondern in Kenia umzusetzen. Meine Eindrücke, die ich während meines Aufenthalts gesammelt habe, kann mir niemand mehr nehmen. Hier habe ich erfahren, was das Leben lebenswert macht.

Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern!

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